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Pressemitteilung, 21. Mai 2006

Zwangsprostituierte brauchen Unterstützung

Stadtrat soll sich Initiative "Abpfiff" des Frauenrates anschließen

Die Ratsgruppe Die Linke., DKP und AUF wollen bei der nächsten Ratssitzung erreichen, dass sich der Stadtrat der Initiative "Abpfiff - Schluss mit Zwangsprostitution" des Deutschen Frauenrates anschließt. Diese Initiative, die unter der Schirmherrschaft von DFB-Präsident Zwanziger steht, hat das Ziel, die Zwangsprostitution und Menschenhandel zu ächten sowie den zur Zwangsprostitution während der WM nach Deutschland verschleppten Frauen zu helfen.

Ratsfrau Gabriele Giesecke: "Es besteht Handlungsbedarf auch in Essen. Polizei-Razzien - wie jetzt an der Pferdebahn - können das Problem nicht lösen. Überall vor Ort müssen Präventionsstrategien gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution entwickelt und ausgebaut werden. Hier sollte der Stadtrat ein klares Zeichen setzen und die Hilfeeinrichtungen in Essen stärken."

Um die Selbstbestimmung der Betroffenen sicherzustellen, fordert der Frauenrat u.a. einen gesicherten Aufenthalt, Unterstützung durch Fachberatungsstellen, Zugang zum Arbeitsmarkt, Berücksichtigung des Themas Menschenhandel und Zwangsprostitution für Polizeibeamte und Beschäftigte von Ausländer- und Sozialbehörden sowie Jugendämtern.

Den dringenden Handlungsbedarf bestätigte erst kürzlich Heike Rudat vom Bund deutscher Kriminalbeamter. Sie kritisiert die unzureichende Vorreitung auf die steigende Zwangsprostitution in NRW. So sind zwar einige Telefonhotlines geschaltet, aber eine bundeseinheitliche Hotline fehlt. Die betroffenen Frauen werden so zusätzlich verwirrt. Darüber hinaus unterstützte Heike Rudat die Forderung nach einem bundeseinheitlichen Schutzprogramm für Opfer und ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht für sie. Die Bekämpfung von Menschenhandel wird nämlich dadurch erschwert, dass die Opfer spätestens nach einer Aussage abgeschoben werden und sie im Herkunftsland meistens keinen Schutz vor Repressionen erhalten.

Aus Brüssel gab es ebenfalls Rückenwind für die Initiative "Abpfiff": Mitte März verabschiedete das EU-Parlament eine Entschließung gegen Zwangsprostitution im Rahmen internationaler Sportereignisse. Darin wird die Initiative "Abpfiff" begrüßt und die europäischen Staaten aufgerufen, Menschenhandel und Zwangsprostitution in öffentlichen Kampagnen zu verurteilen sowie die Konvention gegen Menschenhandel und einschlägige Richtlinien zum Schutz der Opfer umzusetzen.

Ratsfrau Gabriele Giesecke: "Gestärkt durch den europäischen Rückenwind wird der Stadtrat sicher Mittel und Wege finden, die Hilfestellungen für Zwangsprostituierte in Essen zu verbessern."


 

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