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13. Februar 2002
"Verkaufs-Sonntage" überflüssig und rechtlich fraglich PDS gegen Stadtteil-Profilierung auf dem Rücken des Verkaufspersonals |
Übersicht |
Pressemitteilung Essen, 13. Februar 2002
Zu den geplanten Verkaufs-Sonntagen am 9.6. und 29.9.2002 in Rüttenscheid, am 30.6. in Frohnhausen und am 15.9. in Holsterhausen nehmen die Vertreter/innen der PDS in den Bezirksvertretungen II und III wie folgt Stellung:
Wir haben erhebliche Bedenken gegen die geplante Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage und haben deswegen in den Bezirksvertretungen dagegen gestimmt bzw. werden das tun. Offensichtlich sind die Anlässe für Sonntagsöffnungen extra geschaffen worden. Das Rü-Fest und der "Bunte Herbst" in Holsterhausen fanden bisher immer nur am Samstag statt. Einen Handwerkermarkt gab es in Frohnhausen zuletzt vor zehn Jahren, ebenfalls an einem Samstag. Ob die Anlässe die vom Ladenschlussgesetz geforderten Kriterien für verkaufsoffene Sonntage überhaupt erfüllen, ist für uns deshalb mehr als fraglich. Neben einer über den Stadtteil hinausgehenden Bedeutung gehört dazu nämlich ein traditioneller Bezug. Wir werden das auch rechtlich prüfen.
Dabei ist absehbar, dass eine Sonntagsöffnung zumindest nicht in Holsterhausen und Frohnhausen noch nicht einmal viel mehr Umsatz bringen wird, weil die meisten Geschäfte ihre Existenz in der wohnortnahen Versorgung finden. Die muss ausgebaut werden, statt das Heil in der Konkurrenz um immer längere Ladenöffnungszeiten zu suchen. Das sehen anscheinend auch etliche Geschäftsleute so. Nach Informationen der PDS wollen sowohl in Holsterhausen als auch in Frohnhausen viele nicht mitmachen. Das gleiche gilt vor allem für kleinere Geschäfte in Rüttenscheid, die zumeist lediglich von ein bis zwei Personen, nämlich den Inhaber/innen betrieben werden.
Leidtragende zusätzlicher Sonntagsöffnungen sind in jedem Fall die Verkäuferinnen und Verkäufer. Damit trifft es wieder einmal vor allem Frauen, die das Gros des Verkaufspersonals stellen. Vollzeitkräfte müssen womöglich bis zu 12, 13 Tage hintereinander arbeiten - auf Kosten der Gesundheit, des Privatlebens und der Freizeit. Da viele kleinere Geschäfte keine Betriebsräte haben, werden die Verkäuferinnen und Verkäufer an den Entscheidungen zur Öffnung noch nicht einmal beteiligt.