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Pressemitteilung, 24. November 2002
Nachtnetz ohne TaxiBus ist für viele untragbar
Alle an einen Tisch - zur Not aber auch Einführung verschieben
Die PDS-Gruppe im Rat hält eine Einführung des neuen EVAG-Nachtfahrplans ohne eine flächendeckende Einführung des ergänzenden TaxiBus-Netzes für problematisch. Wenn nur 6 der geplanten 21 Taxi-Bus-Linien bedient werden können, verschlechtern sich die Möglichkeiten zur Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs am Abend für viele Menschen drastisch. Die letzte Sternfahrt der "normalen" Buslinien soll ab 7.1.2003 schon um 23.00 Uhr statt um 0.15 Uhr sein. Alle, die nicht an den 16 Nachtexpreß-Buslinien oder in den von Taxi Süd mit dem TaxiBus bedienten sechs Stadtteilen wohnen, kommen ohne Auto nach 23.00 Uhr nur noch nach hause, wenn sie weite Fußwege in Kauf nehmen.
"Da es für die meisten Stadtteile bisher keine Einigung mit den Essener Taxi-Unternehmen zur Übernahme der TaxiBus-Linien gibt, sind die Voraussetzungen des Rates für die im Juni erfolgte Zustimmung zum Konzept der EVAG derzeit nicht gegeben," so PDS-Ratsfrau Gabriele Giesecke. "Ich hoffe, dass sich alle Beteiligten noch einmal an einen Tisch setzen und es doch noch zu einer Einigung kommt. Sofern das nicht gelingt, muss aber auch eine Verschiebung der Einführung des neuen Nacht-Fahrplanes geprüft werden."
Dabei ist nicht zu leugnen, dass das Konzept der EVAG für den neuen Nachtverkehr durchdacht war. Die PDS hatte zwar Kritik an dem früheren Ende insbesondere der Fahrten von Straßen- und U-Bahnen. Für die U 18 gibt es wegen des Verlaufs über die A 40 keine parallele Nachtexpress-Linie, einige Straßenbahn-Haltestellen in Richtung Steele und Rüttenscheid (Linien 105 und 106) hatten bisher bis nach 0.00 Uhr einen 15-Minuten-Takt. Insgesamt, insbesondere durch die Idee der TaxiBus-Linien, war das Bemühen um Kundenfreundlichkeit trotz der Einschränkungen der "normalen" Linien jedoch deutlich zu erkennen.
Das eigentliche Problem ist der rigorose Sparzwang, unter dem die EVAG durch die von der Ratsmehrheit im Konsolidierungskonzept beschlossene Kürzung der Zuschüsse auf rund 30 Mio. Euro steht. Eine drastische Verschlechterung der Leistungen des ÖPNV ist aber nicht hinzunehmen. Die Einschränkung des Nachtverkehrs trifft nämlich keineswegs "nur" Leute, die aus dem Kino oder aus Kneipen kommen. Vielmehr müssen Abends auch immer mehr Menschen arbeiten, insbesondere im Dienstleistungsbereich. Viele in Niedriglohn-Jobs können sich weder Auto noch Taxi leisten und sind auf den ÖPNV angewiesen.
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