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29. November 2000
Forderung nach Sperrbezirk bringt keine Lösung Hilfsmaßnahmen für Prostituierten müssen verbessert werden
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Pressemitteilung

Forderung nach Sperrbezirk bringt keine Lösung Hilfsmaßnahmen für Prostituierten müssen verbessert werden

Zu der Diskussion um den Straßenstrich und insbesondere der Forderung des Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Frohnhausen, Herrn Reschke, erkläre ich folgendes:

Etwas mehr Ruhe und Gelassenheit würde einer Lösung der Probleme, die der Straßenstrich an der Münchener Straße mit sich bringt, sicherlich zu Gute kommen. Denn so ärgerlich die von der Stadtspitze und der Polizei betriebene Vertreibung des Straßenstrichs aus dem Bereich Hachestraße ist: Eine Ausweitung des Sperrbezirks bringt keine Lösung der Probleme.

Eine Sperrbezirksregelung würde vor allem die Frauen treffen, an der Münchener Straße "anschaffen" gehen. Diese Frauen sind überwiegend drogenkrank und auch ohne verschärfte Repressalien am Schlimmsten dran. Jede Verschärfung des Drucks würde dazu führen, daß sie den Freiern und Zuhältern noch schutzloser ausgeliefert sind, obwohl ein Großteil der für die Anwohner/innen ausgesprochen unangenehmen Begleiterscheinungen des Straßenstrichs gerade von Freiern und Zuhältern ausgehen. Hilfsmaßnahmen, wie sie z.B. vom Verein Krisenhilfe angeboten werden, müßten wieder bei Null anfangen.

Auch unter anderen Gesichtspunkten ist die Forderung nach Ausweitung des Sperrbezirks nackter Populismus: Die Entscheidung über solche Fragen fällt nämlich die Bezirksregierung, und nicht die Stadt. Abgesehen davon, daß das dauern würde, geht der Gesetzgeber davon aus, daß in Großstädten wie Essen ein Rotlicht-Milieu in bestimmtem Umfang geduldet werden muß. Eine Ausweitung des Sperrbezirks auf die ganze Stadt wäre also ganz sicher nicht möglich. Eine geringfügige Ausweitung des vorhandenen Sperrbezirks in der Innenstadt würde jedoch dazu führen, daß der Strich sich lediglich noch einmal verlagern würde - womöglich in andere wohnnahe Gebiete. Die PDS hält es für sinnvoll, zumindest mobile Hilfsmaßnahmen für die Frauen an der Münchener Straße umfassender zu etablieren. Dadurch würde eine soziale Kontrolle auf dem Strich geschaffen, die auch den Anwohner/innen zugute käme.

Auch die Bezirksvertretung III hat sich in ihrer Sitzung im Oktober gegen eine Verschärfung der Repression und für mobile Hilfsmaßnahmen ausgesprochen.

Wolfgang Freye
Partei des Demokratischen Sozialismus in der Bezirksvertretung III Essen-West

Letzte Änderung: 05.10.2001 - nn
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