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16. Juni 2000
Zwangsarbeiterentschädigung: PDS fordert OB Dr. Reiniger auf, sich einzumischen
Ganze 6.000 DM von der Allbau AG sind ein schlechter Witz
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Zwangsarbeiterentschädigung

PDS fordert OB Dr. Reiniger auf, sich einzumischen Ganze 6.000 DM von der Allbau AG sind ein schlechter Witz

Für völlig inakzeptabel hält die PDS die Tatsache, dass sich bisher einschließlich Thyssen-Krupp erst 15 Essener Firmen am Entschädigungsfonds für ehemalige Zwangsarbeiter/innen beteiligt haben. "Die meisten Unternehmen, die im II. Weltkrieg aus ,Sklavenarbeit' Extraprofite zogen, wollen sich offensichtlich auch 55 Jahre nach Kriegsende ihrer Verantwortung entziehen," er-klärte PDS-Ratsfrau Gabriele Giesecke.

Die PDS-Gruppe im Rat hat deshalb gestern Oberbürgermeister Dr. Reiniger angeschrieben und gebeten, sich in einem Brief insbesondere an die rund 100 Firmen zu wenden, die in Essen Zwangsarbeiter/innen ausgebeutet haben. Andere Städte wie Düsseldorf haben dies bereits ge-tan, ein Appell des Oberbürgermeisters entspräche auch dem Beschluß des Rates zur Entschä-digung von Zwangsarbeiter/innen vom 23.2.2000. "Ohne öffentlichen Druck ist anscheinend kein Fortschritt zu erreichen," so Gabriele Giesecke weiter.

Scharf kritisierte die PDS auch die Geschäftsführung der Allbau AG. Die Allbau AG erwägt als erste städtische Gesellschaft eine Beteiligung am Entschädigungsfonds, was zu begrüßen ist. Die Summe von 6.000 DM, die Allbau-Geschäftsführer Dr. Goldmann als "symbolischen Beitrag" ins Gespräch brachte, ist jedoch ein schlechter Witz und grenzt an eine Verhöhnung der Opfer. "Selbst die Wirtschaftsverbände haben dazu aufgerufen, mindestens ein Promille des Jahresum-satzes einzuzahlen. 6.000 DM lassen sich dagegen besser in Anteilen am Jahresgehalt der All-bau-Geschäftsführung rechnen," so Gabriele Giesecke.

Nach Ansicht der PDS ist es höchste Zeit, auch die anderen Punkte des Ratsbeschlusses umzu-setzen, wie das Besuchsprogramm für ehemalige Zwangsarbeiter/innen. Dass CDU, FDP und REP im Zuge der Beratungen zur Haushaltskonsolidierung selbst den eher geringen Betrag von 100.000 DM ablehnten, den die PDS beantragte, darf nicht das letzte Wort sein.


Letzte Änderung: 05.10.2001 - nn
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